H-Kennzeichen Traktor

H-Kennzeichen Traktor

Im Bereich Oldtimer erfreuen sich mittlerweile auch Traktoren immer größerer Beliebtheit. Was die Zulassung angeht, bieten sich hier mehrere Möglichkeiten. Welche Möglichkeiten gibt es? Was für Voraussetzungen gelten? Wie sehen die einzelnen Vor- und Nachteile aus? All diese Fragen sollen hier beantwortet werden.

Zulassung mit einem H-Kennzeichen für den Traktor

Nach § 3 und § 9 FZV ist es möglich, für Fahrzeuge, welche älter sind als 30 Jahre, ein H-Kennzeichen zu beantragen. Der Gesetzgeber bezeichnet das als „Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes“. Eine Einschränkung auf bestimmte Fahrzeuggruppen oder Arten sind hierbei nicht festgelegt. So ist dies auch für einen Traktor möglich.

Die Voraussetzungen hierbei sind:

  • Alle Hauptbaugruppen müssen dem Serienzustand entsprechen
  • Es dürfen keine technischen Mängel bestehen
  • Es dürfen keine sichtbaren Beschädigungen vorhanden sein.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann man beim TÜV vorstellig werden und erhält im Anschluss eine Zulassung als Oldtimer bzw. die Berechtigung für ein H-Kennzeichen.

Ein Vorteil des H-Kennzeichens ist die Pauschale Besteuerung. So unterliegen Fahrzeuge mit einem H-Kennzeichen, also in diesem Falle auch Traktoren, der Pauschale von 191,73€.

Traktoren werden in der Regel nach dem zulässigen Gesamtgewicht besteuert. Aktuell werden 13,55€ pro angefangenen 200kg zulässigem Gesamtgewicht (nicht das tatsächliche Gewicht des Traktors) fällig.

Als Beispiel:

  • Hanomag R16 1600kg 108€ Steuern / Jahr
  • Fendt Fix 2 1800kg 122€ Steuern / Jahr
  • Güldner G35 2800kg ca. 189€ Steuern / Jahr
  • Deutz D4006 3200kg ca. 217€ Steuern / Jahr

Wenn man in diesem Falle nur die Steuerersparnis rechnet, lohnt sich das H-Kennzeichen erst ab einem zulässigen Gesamtgewicht von ca. 3000 kg.

Ein weiterer Vorteil ist, dass im Gegensatz zu einem Grünen Kennzeichen (§3 und §9 FZV), das Fahrzeug unabhängig vom Verwendungszweck bewegt werden darf. Es gelten keine Einschränkungen, dass der Traktor zum Beispiel nur für land- und forstwirtschaftliche Zwecke genutzt werden darf.

Anmerkung: H-Kennzeichen auch in Kombination mit einem Saisonkennzeichen möglich! Am 10. Februar 2017 wurde beschlossen: „Auch Oldtimerkennzeichen nach Absatz 1 […] können als Saisonkennzeichen zugeteilt werden“ (Drucksache 770/16).

Welche Zulassungsalternativen für den Traktor gibt es neben dem H-Kennzeichen noch?

Grünes Kennzeichen nach §3 und §9 FVZ

Für Land- und forstwirtschaftliche Betriebe ist es möglich, den Traktor steuerfrei zuzulassen. Hierbei dürfen auch Anhänger (Folgefahrzeuge) mit der gleichen Zulassung mitgeführt werden. Es ist nicht notwendig, das der Halter auch gleichzeitig der Besitzer des Fahrzeuges sein muss. Vorausgesetzt wird, dass das Fahrzeug nur für land- und Forstwirtschaftliche Zwecke genutzt wird. Dem entsprechend sind Oldimertreffen und sonstige Ausfahrten nicht erlaubt. Auch ein Überrollbügel wird durch die Berufsgenossenschaft, zur Sicherheit, gefordert.

Wechselkennzeichen für Oldtimer nach §17 FVZ

Mit dem Wechselkennzeichen ist es gestattet, wechselweise mehrere Fahrzeuge, welche ein älter als 30 Jahre alt sind, zu bewegen. Eine Hauptuntersuchung ist bei den Fahrzeugen nicht vorgeschrieben. Bei der Fahrzeugsteuer wird die selbe Pauschale, wie beim H-Kennzeichen angesetzt (191,73€). Das Bewegen der Fahrzeuge im Alltagsverkehr ist nicht zulässig. Zugelassen sind Fahrten zu Veranstaltungen und Wartungs- sowie Reparaturfahrten.

Saisonkennzeichen nach § 3 und §9 FZV

Wird der Traktor nur für einen bestimmten Zeitraum im Jahr zugelassen, können dadurch Steuern sowie Versicherungsbeiträge gespart werden. Diese sind in diesem Fall nur für den jeweils angegebenen Zeitraum fällig. Beachtet werden muss, dass der Traktor dann auch nur im angegebenen Zeitraum bewegt werden darf und nicht das ganze Jahr zur Verfügung steht.

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